Psychische Manipulation ist vor allem in Beziehungen ein besonders gefährliches Konstrukt. Haben Sie das Gefühl, dass Ihr Partner oder Ihre Partnerin ein ungesundes und toxisches Verhalten aufweist? Vielleicht sind Sie Opfer von Gaslighting. Was dahinter steckt, woran Sie es erkennen und wie Sie sich davon befreien können, erfahren Sie hier.
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Josua Leibrich ist Psychologe und nebenberuflicher Autor. Als Einzel- und Paartherapeut arbeitet er mit verhaltens- und schematherapeutischen Methoden in Würzburg. Es ist ihm ein Privileg, Menschen zu einem positiven Selbstverständnis zu führen und gemeinsam innovative Wege zu einzuschlagen. Detaillierte Informationen finden Sie auf seiner Homepage.
Gaslighting – Was ist das?
Bevor Sie sich selbst als ein Opfer von Gaslighting identifizieren können, müssen Sie erstmal verstehen, was Gaslighting ist.
Gaslighting ist grundsätzlich eine Manipulationstechnik, die einer der Partner in einer Beziehung anwendet. Dabei bearbeitet er den anderen Partner so stark, dass dieser an sich selbst, seinen Werten und seiner Realität zu zweifeln beginnt. Der “Täter” entscheidet sich bewusst dazu, psychische Gewalt und psychischen Missbrauch anzuwenden, um das zu bekommen, was er oder sie möchte. Das Opfer verliert während der Beziehung also so stark an Selbstbewusstsein und Orientierung im eigenen Leben, dass es irgendwann unter dem Psychoterror zusammenbricht. Ursache für ein solch toxisches Verhalten sind meist eigene Unsicherheiten, Traumata oder Selbstwertprobleme. Oft ist den Tätern dabei gar nicht richtig bewusst, wie sehr sie ihrem Partner dabei schaden.
Gaslighting ist eine Form psychologischer/emotionaler Manipulation, bei jener der Gasligther wiederholt die Realitätswahrnehmung des Gasligthees anzweifelt. Gaslighting bewirkt, am eigenen Verstand, den Erinnerungen sowie dem eigenen Urteilsvermögen zu zweifeln. – Josua Leibrich
Woher kommt der Begriff?
Der Begriff Gaslighting stammt aus Patrick Hamiltons Theaterstück “Gas Light”. Dort treibt ein Mann seine Frau in den Wahnsinn, indem er sie schikaniert und manipuliert. Er verteilt überall im Haus Gaslampen und leugnet dann, diese aufgestellt zu haben, sodass seine Frau an ihrem eigenen Verstand zweifelt.
5 Anzeichen, dass Sie Opfer von Gaslighting sind
Häufig ist das bewusste oder auch unbewusste Motiv des Gaslighters, Kontrolle und Macht in der Beziehung zu erhalten oder den Partner zu einem gewünschten Vorhaben zu manipulieren. Dabei beeinträchtigt es das Selbstvertrauen sowie psychische Gesundheit des Gaslightees, kann bei intensiver Form sogar das Leben in verheerendes Ausmaß beeinflussen, wie es auch im Begriffsursprung des Theaterstücks von Patrick Hamilton aus dem Jahr 1938 skizziert wird. – Josua Leibrich
Haben Sie das Gefühl, dass das Machtverhältnis in Ihrer Partnerschaft nicht stimmt? Fühlen Sie ständige Unsicherheit und psychischen Druck in Ihrer Beziehung? Dann kann es sein, dass Sie Opfer von Gaslighting sind und Ihr Partner oder Ihre Partnerin Sie psychisch manipuliert. Wir haben 5 Anzeichen einer Gaslighting Beziehung zusammengestellt, sodass Sie überprüfen können, ob dieser Fall auf Ihre Beziehung zutrifft:
- Schuldzuweisung – Gaslighter lieben es ihrem Partner für ihr Verschulden die Schuld in die Schuhe zu schieben. Sätze wie “Du bist schuld, dass…“, “Wärst du nicht so, dann…” oder “Du verdrehst mir dir Wörter im Mund” sind nur einige wenige Beispiele für ihre manipulativen Sätze. So schaffen sie es, dass ihr Partner sein eigenes Handeln vollkommen in Frage stellt und Angst vor jeder möglichen Konsequenz hat.
- In Frage stellen – Alles, was Sie tun oder sagen, wird von einem Gaslighter infrage gestellt. “Denkst du wirklich?” oder “Das bildest du dir nur ein.” sind Ihr ständiger Begleiter. So fangen Sie an, Ihr gesamtes Denken und Tun selbst in Frage zu stellen und nicht zu wissen, was Sie selbst eigentlich wollen.
- Drohungen – Wenn Sie sich beginnen zu währen, werden Gaslighter schnell aggressiv und fühlen sich in die Ecke gedrängt. Also werden sie besonders verletzend. Schnell werden Drohungen wie “Dann erzähl es doch jemandem. Das wird dir eh keiner glauben!” ausgesprochen. So wollen sie Sie von der Außenwelt abzuschotten und Ihnen das Gefühl geben, Sie wären allein.
- Unsicherheit schaffen – Am häufigsten starten Gaslighter damit, alle Eigenschaften und Charakterzüge ihres Partners oder Ihrer Partnerin zu kommentieren und negativ zu bewerten. “Du bist zu emotional” oder “Du übertreibst immer so” wird oft benutzt, um das Selbstbewusstsein des Partners oder der Partnerin zu schwächen. Dieser oder diese beginnt schnell sich in seinem eigenen Denken und Verhalten unsicher zu fühlen.
- Lügen – Damit andere Menschen nicht mitbekommen, was in der Beziehung wirklich los ist, lügen Gaslighter gerne. Einerseits geben Sie sich vor anderen wie der perfekte Partner oder die perfekte Partnerin. Andererseits erzählen Sie lügen über den Partner und stellen ihn oder sie vor den anderen bloß, sodass dieser nicht mehr glaubwürdig erscheint und sich an niemanden wenden kann.
Gaslighting kann man an einem Großteil an Verhaltensmustern erkennen, die in der Beziehung zum Gaslighter auftreten: Zweifel an der eigenen Wahrnehmung, Verwirrung, Abwertung sowie Invalidierung und Schuldzuweisung vom Gasligther ausgehend, Isolation von anderen durch den Gaslighter, als Gaslightee das offensichtlich schädlichen Verhalten eines Gaslighters zu rechtfertigen z.B. weil man nach großer Anerkennung des Gaslighters anstrebt, Verlust von Selbstvertrauen, Verlust der Kontrolle über eigene Gedanken und Gefühle. – Josua Leibrich
Was tun gegen eine Gaslighting Beziehung? – 5 Tipps
Konnten Sie anhand der oben genannten Anzeichen feststellen, dass Sie in einer Gaslighting Beziehung stecken? Dann ist es wichtig, dass Sie sich aus diesem toxischen Umfeld retten. Wie Sie das können, haben wir Ihnen in 5 Tipps zusammengestellt:
- Beziehung beenden – Sollten Sie Opfer von Gaslighting sein, gibt es kein Wenn und Aber. Es ist wichtig, dass Sie die Beziehung beenden und einen Schlussstrich ziehen. Nur dann kommen Sie aus diesem toxischen Umfeld raus. Ein Gaslighter wird sich nicht nach ein paar Gesprächen ändern, sondern braucht aktive Hilfe.
- Kontakt abbrechen – Nur weil Sie nicht mehr in einer Beziehung sind, heißt es nicht, dass der Gaslighter aufhört, Sie zu tyrannisieren. Deshalb ist es wichtig, dass Sie den Kontakt abbrechen und sich komplett von ihm oder ihr und der toxischen Situation distanzieren, um wieder in einen normalen Alltag zu gelangen.
- Freunde & Familie – Verbringen Sie viel Zeit mit Freunden und Familie. Das sind Menschen, die Sie aufbauen und zeigen können, dass Sie etwas wert sind. So lernen Sie langsam wieder, Ihre Selbstsicherheit zurückzuerlangen. Außerdem wird Ihnen so bewusst, dass Sie nicht alleinstehen, sondern Menschen um sich herumhaben, denen Sie etwas bedeuten.
- Therapie – So ein extremer Psychoterror zieht nicht ohne Schäden an Ihnen vorbei. Suchen Sie sich Hilfe und gehen Sie in Therapie, um Ihr Trauma wieder aufzuarbeiten. So können Sie sich selbst wieder glücklich sehen. Wollen Sie außerdem irgendwann einmal wieder eine Beziehung führen, sollten Sie nicht mit solch einer Vergangenheit rumschlagen müssen.
- Zeit – Das Wichtigste ist Zeit. Setzen Sie sich nicht unter Druck, etwas schnell verarbeitet zu haben. Lassen Sie Ihre Trauer zu und geben Sie sich Zeit zu akzeptieren, welches Schicksal Sie durchleben mussten. Erst dann kann Ihr Heilungsprozess richtig beginnen.
Fazit: Gaslighting Beziehung – Aktiv handeln
Auch wenn Sie es zuerst nicht wahrhaben wollen, sollten Sie akzeptieren und anerkennen, wenn Sie in einer Gaslighting Beziehung stecken. Gaslighting kann schwere Folgen mit sich ziehen und sollte nicht verharmlost werden. Deswegen ist es wichtig, dass Sie die Anzeichen früh erkennen. So können Sie sich rechtzeitig aus einem toxischen Umfeld retten, schnell gesund werden und Ihr Leben genießen.
Wer starken Verdacht schöpft betroffen zu sein, sollte nicht alleine damit bleiben. Am besten man dokumentiert potenzielle Gaslighting-Situationen sachlich und reflektiert, ob man sich seit der Partnerschaft zugunsten des Gaslightings verändert hat. In einem wertefreien Raum sollte man mit Außenstehenden und anderen Vertrauenspersonen als dem Gaslighter solche Situationen oder Veränderungen besprechen. In schwerer Betroffenheit empfiehlt es sich sogar professionelle Behandler aufzusuchen und Gaslighting als Einflussfaktor in Betracht zu ziehen. – Josua Leibrich
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